Auch Spra­che ist Kul­tur – Anmer­kun­gen zum PUR­PLE PATH

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Hal­lo lie­be Zuschau­er. Heu­te möch­te ich ein paar Sät­ze über den Begriff Kul­tur und Spra­che sagen. War­um bin ich hier­zu prä­de­sti­niert, na ja, ich woh­ne in der Kul­tur­haupt­stadt 2025: Chem­nitz. Noch nichts davon gehört, sor­gen Sie sich nicht dar­um, laut aktu­el­len Umfra­gen geht es Ihnen wie den meis­ten Chem­nit­zern.

Einer der meist­ge­nann­ten Begrif­fe im Zusam­men­hang mit dem Kul­tur­er­eig­nis 2025 ist der Begriff „PUR­PLE PATH“. Viel­leicht geht es Ihnen so wie mir, geht das nicht auch in deutsch? Was heißt dies über­setzt?

„Goog­le Über­set­zer“ sagt Ihnen dann: „Lila Pfad“. Auch so, wer­den Sie den­ken, das Gan­ze ist wohl eine eng­li­sche Ver­an­stal­tung. Nein weit­ge­fehlt. Eine Kultur-Veranstaltung im Land von Goe­the. War­um kann man nicht ein­fach sagen „Lila Pfad“?

Na ja, wer­den Sie sagen, weil es doch inter­na­tio­nal ist, und jeder soll das ver­ste­hen. Und ich sage Ihnen, wo ist da unser Selbst­be­wusst­sein. Kein Ame­ri­ka­ner wür­de sagen „Lila Pfad“ nur weil ein paar Aus­län­der kom­men, kein Fran­zo­se wür­de über­haupt dar­an den­ken, nicht „che­min vio­let“ zu sagen. Aber im Land von Goe­the hat man Angst, die eige­ne Spra­che zu benut­zen.

Ich möch­te ein Bei­spiel bezüg­lich Wör­ter und Inter­na­tio­na­li­tät auf­zei­gen. Beruf­lich bin ich in der gan­zen Welt her­um­ge­kom­men: Von Detroit bis Shang­hai, über­all wo Autos ent­wi­ckelt wer­den. Ein deut­sches Wort begeg­ne­te mir da andau­ernd. „Kin­der­gar­ten“. Hier zeigt sich, es geht um Inhal­te nicht um sprach­li­che Ver­ren­kun­gen. In der gan­zen Welt wird ein Kin­der­gar­ten mit dem deut­schen Wort „Kin­der­gar­ten“ bezeich­net. Das, was das Wort beschreibt, der Inhalt, wur­de aus Deutsch­land inklu­si­ve der Bezeich­nung über­nom­men. Und hier­für ist es nicht not­wen­dig, in Deutsch­land einen Kin­der­gar­ten als „Children’s Gar­den“ zu bezeich­nen.

Und des­halb wäre es doch schön gewe­sen, wenn die (hof­fent­lich) vie­len Besu­cher 2025 nach Hau­se fah­ren und zwei neue deut­sche Wor­te gelernt hät­ten: „Lila Pfad“

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Der Autor ist Dr.-Ing. Bern­hard Sün­der, ein köl­scher Jun­ge, der seit über 30 Jah­ren in Chem­nitz wohnt. 25 Jah­re hat­te er eine inter­na­tio­nal täti­ge IT-Firma in Flöha und spä­ter in Chem­nitz. Er ist den FREI­EN WÄH­LERN 2023 bei­getre­ten, weil er sei­ne Erfah­rung nut­zen will, zu hel­fen, dass zumin­dest eini­ge Din­ge wie­der gera­de­ge­rückt wer­den, die sich in den letz­ten Jah­ren falsch ent­wi­ckelt haben.