Stadt­rats­sit­zung im Chem­nit­zer Rat­haus am 9.9.2026

Sit­zungs­zeit:    15:00–20:44 Uhr, knapp 6 h.

Gefass­te Beschlüs­se (mit Rele­vanz)

TOP 6.3 – Ter­min Ober­bür­ger­meis­ter­wahl 2027

Haupt­wahl: Sonn­tag, 5. 9 2027

Mög­li­cher zwei­ter Wahl­gang: Sonn­tag, 26. 9. 2027

Abstim­mung: Ja 52 · Nein 2 · Ent­hal­tung 0

TOP 8.9 – Mindestbeförderungs- ent­gel­te im Miet­wa­gen­ver­kehr

Der Antrag zur Ein­füh­rung von Min­dest­be­för­de­rungs­ent­gel­ten nach § 51a PBfG wur­de abge­lehnt. Ziel wäre gewe­sen, das Taxi­ge­wer­be vor Dum­ping­prei­sen zu schüt­zen.

Abstim­mung: Ja 11 · Nein 40 · Ent­hal­tung 1

TOP 8.10 – Gemein­nüt­zi­ger Arbeits­dienst für Migran­ten

Der Antrag zur Ein­füh­rung eines frei­wil­li­gen Arbeits­diens­tes, der sich vor allem an Migran­ten rich­tet, die staat­li­che Leis­tun­gen bezie­hen, wur­de abge­lehnt.

Abstim­mung: Ja 15 · Nein 29 · Ent­hal­tung 5

Hin­weis für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger

Alle Beschlüs­se kön­nen im Rats­in­for­ma­ti­ons­sys­tem nach­ge­le­sen wer­den. Die Sit­zung ist wei­ter­hin online abruf­bar:

👉 Über­tra­gung der Stadt­rats­sit­zun­gen: https://www.chemnitz.de/de/rathaus/stadtrat/uebertragung-stadtratssitzung

Kom­men­tar der FREI­EN WÄH­LER 

In der Stadt­rats­sit­zung vom 09.09.2026 wur­den zahl­rei­che Beschlüs­se gefasst – von Infra­struk­tur über Ver­wal­tung bis hin zu sozi­al­po­li­ti­schen The­men. Auf­fäl­lig war jedoch erneut der Umgang mit den Tages­ord­nungs­punk­ten.

Alle Frak­tio­nen und Par­tei­en haben sich zu jedem TOP aus­führ­lich posi­tio­niert und lan­ge Wort­bei­trä­ge gehal­ten. Für uns – und vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger – stellt sich dabei eine zen­tra­le Fra­ge:

War­um?

Jeder Stadt­rat erhält die voll­stän­di­gen Unter­la­gen vor­ab, hat aus­rei­chend Zeit zur Prü­fung und kann sei­ne Fra­gen bereits im Vor­feld mit der Ver­wal­tung klä­ren. Die Sit­zung selbst soll­te daher der fina­len Ent­schei­dung die­nen – nicht einer stun­den­lan­gen Wie­der­ho­lung bereits bekann­ter Inhal­te.

Der Stadt­rat ist kein Ple­nar­saal wie im Bun­des­tag, wird aber zuneh­mend so genutzt – nur ohne Rede­zeit­be­gren­zung. Das führt zu Sit­zun­gen, die sich über vie­le Stun­den zie­hen und deren Kos­ten erheb­lich sind.

Wir spre­chen hier von:

  • über 50 Stadt­rä­tin­nen und Stadt­rä­ten,
  • Sit­zungs­per­so­nal,
  • Ver­wal­tungs­auf­wand,
  • Sit­zungs­gel­dern,
  • und einer Sit­zungs­dau­er von fast 6 Stun­den.

Unser Vor­schlag für mehr Effi­zi­enz und Trans­pa­renz

Frak­tio­nen könn­ten ihre Stel­lung­nah­men zum Abstim­mungs­ver­hal­ten künf­tig auch in ande­rer Form hin­ter­le­gen, zum Bei­spiel:

  • schrift­lich im Rats­in­for­ma­ti­ons­sys­tem
  • als kur­ze Begrün­dung im Vor­feld
  • als zusam­men­ge­fass­te Stel­lung­nah­me nach der Sit­zung

So könn­ten die Sit­zungs­kos­ten redu­ziert, die Effi­zi­enz gestei­gert und die Trans­pa­renz für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sogar ver­bes­sert wer­den.

Denn die Auf­ga­be des Stadt­ra­tes ist klar:

Ent­schei­den – nicht end­los debat­tie­ren.